Die vier Liebeszeiten

Birgit Rabisch

Bewertet mit 5.00 von 5, basierend auf 3 Kundenbewertungen
(3 Kundenrezensionen)

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Die Bundesrepublik 1970 – Zeit der Umbrüche, Zeit der Aufbrüche – der Wind eines politischen Frühlings weht durch das Land. Auch die Liebe zwischen Rena und Hauke blüht im Mai dieses Jahres auf. Der Frühling ist aber nie die einzige Jahreszeit der Liebe … Die Geschichte von Rena und Hauke geht weiter, entfaltet sich dort, wo die gängigen Liebesromane mit einem Happy End ausklingen und gibt dem Leser die Gelegenheit, eine gelingende Liebe durch ihre vier „Liebeszeiten“ hindurch zu erleben: vom Zauber des Anfangs bis zur Auseinandersetzung mit Alter und Tod. Wie beiläufig zeichnet Birgit Rabisch dabei ein Porträt der 68er-Generation jenseits politischer Klischees. Nicht zuletzt ist der Roman eine Hommage an die norddeutsche Landschaft und das Wattenmeer, das im Wandel der Gezeiten Kraft und Gleichmut schenkt.

Gattung
Roman
Seiten
252
Erscheinungsdatum
28.09.2018
ISBN
9783946086130
Ausgabe
Taschenbuch, 2. Auflage

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Stimmen zum Buch

Hartmut

Bewertung 5 out of 5 Sternen

Vorweg. Mit dem Liebesroman als Genreliteratur kann ich selten etwas anfangen. Kein Gepilcher bitte! Birgit Rabischs "Die vier Liebeszeiten" sind mir empfohlen worden, und da ich schon früher auf ihre Bücher aufmerksam geworden war, habe ich mich hier auch gerne darauf eingelassen. Die vier Liebeszeiten, erzählt aus der Sicht der Protagonistin Rena, rekurrieren auf die vier Jahreszeiten-Allegorien. Sie verteilen sich auf über mehr als vierzig Jahre. Das Frühjahr macht den Anfang. Kindheit, schwierig, dennoch überwiegend glücklich bei der geliebten Oma Anna. Heranwachsen, Aufbruch, erstes Verliebtsein, Hauke heißt er, norddeutsches Gewächs, so wie Rena. Erstes Probieren, (Selbst-)Zweifel, Aufbruch, Revolutionsrhetorik, Anfang der 1970er war ALLES politisch, verbunden mit den zeittypischen Dogmen, mit politischem Sektierertum, Irrläufern, psychologischen Versatzstücken, Versuchen der Vorwegnahme künftiger Lebensformen, die ganze unverbrauchte Zukunft vor Augen. Herrlich! Sympathisch: Die beiden verleugnen ihre bürgerlichen Anteile nicht. Wäre für die beiden auch nicht glaubwürdig gewesen. Es folgt der Sommer. Die Beziehung festigt sich, Monate der Wärme, viel Zeit auf der Elbe, Hauke hat einen Jollensegler geerbt, seine Eltern sind tödlich verunglückt. Schuldgefühle beschäftigen ihn, hätte, sollte, könnte, die unbeantwortbaren Fragen. Zeit der Reife, der beruflichen Orientierung und Etablierung. Rena, die Physikerin, orientiert sich beruflich auf die Astronomie, Hauke verlegt sich aufs literarische Schreiben. Kind im Anmarsch. Dramatisches am Ende der Schwangerschaft, aber alles geht noch mal gut. Der Herbst. Hauke, deutlich älter als Rena, wird 60. Rückblenden verweisen auf die Probleme, die kleine und große Kinder mit sich bringen. Die Kinder, ein Mädchen, ein Junge, sind inzwischen erwachsen. Rena ist beruflich als Professorin etabliert. Die Liebe zwischen Hauke und ihr ist stabil, sie können und wollen sich kein Leben ohne den anderen vorstellen. Einmal leistet sich Hauke eine Nacht mit einer jüngeren Frau. Rena verzeiht ihm. Schließlich reden sie auch über das, was unweigerlich kommen kann und muss. Vielleicht Krankheit, vielleicht Demenz, mit Sicherheit der Tod. Absprachen formaler Art. Der Winter bringt - folgerichtig - den Tod. Hauke. Rena verzweifelt, alles ist anders als bisher, ohne ihn, ohne seine Lockenpracht, die Lachfalten um die Augen. Allein. Amputiert. Zwiesprache. Sie muss das Leben neu lernen, aber will sie es? Nicht alles wird am Ende geklärt. Gut so. Ich habe Birgit Rabischs Buch wirklich gerne gelesen. Sprachlich gewohnt stilsicher und handwerklich gut gemacht, nimmt sie uns auf eine Zeitreise mit, die das echte Leben abbildet, die kleinen und die großen Dramen ebenso, wie Alltagskram, norddeutsch nüchtern vorgetragen, so, wie die (Stadt-)Küstenkinder Rena und Hauke eben beschaffen sind. Das nehme ich den beiden ab. Alles kitschfrei gesprochen und dargestellt, konsequent bis zum Ende. Atmosphärisch dicht in Bezug auf den jeweiligen Zeitgeist, auf die Landschaft, auf die Eigenheiten ihrer Paarbeziehung. Die Figurenzeichnung ist dankenswerterweise nicht bis ins hinterletzte Detail vorgegeben, sondern beschränkt sich auf die dominierenden Merkmale und Besonderheiten, sodass der Leser noch Platz hat für seine eigenen Bilder. Ich möchte "Die vier Liebeszeiten" gerne zum Kauf und (versteht sich) zum Lesen empfehlen. 5 Sterne. Ein gutes Stück Literatur, das sich positiv von den üblichen Liebesromanen abhebt.

Margret

Bewertung 5 out of 5 Sternen

Ich habe "Die vier Jahreszeiten" gelesen; einen Roman; was sage ich: Roman - es ist eine Geschichte, geschrieben mit faszinierenden Brücken von "lapidarer Alltag" bis "Spannung, was im nächsten Moment geschehen kann". Der Autorin Birgit Rabisch ist es wahrlich gelungen, mit den zwei Hauptprotagonisten Menschen aus Fleisch und Blut zu erschaffen. Eingebunden in ein großes Wissen um den Elbstrom, der seit vielen Jahrhunderten Hamburgs Herz schlagen lässt, mit der unbändigen Freude am Segeln, den Weiten des Alls und einem mit Liebe angefüllten Leben wischen einer selbstbewussten Frau und ihrem dem das durchaus zu schätzenden Partner. Ich habe schon beim Anlesen gemerkt: Hier kommt keine glattgebügelte Geschichte über die Seiten. Aber es ist eine Geschichte, die auf den steilen Stufen des Lebens die notwendigen Absätze der Ruhe auf der Treppe findet. Vor allem durch die Liebe, die die Basis bildet. Und das nicht nur, weil die Geschichte auch im Treppenviertel von Blankenese angesiedelt ist. Lesenswert. Von vorn bis hinten.

Rabentochter

Bewertung 5 out of 5 Sternen

Liebe durch die Zeiten Birgit Rabisch zeichnet in ihrem Roman das Porträt einer Liebe, die in der Jugend begann und bis in s Alter anhält und wirft gleichzeitig noch einen Blick auf die 68er-Generation. Wer hier nach kitschigen, hoch romantischen Szenen und gefühlsbetonten Formulierungen sucht, der ist fehl am Platze. Rabisch beschreibt schlicht, ohne einem die Gefühle der Protagonisten mit dem Vorschlaghammer einzuimpfen und so doch Romantik und Liebe und alle anderen Gefühle, die mit Beziehungen einhergehen, zu vermitteln. Die Gedanken und Handlungen der Figuren sprechen oft für sich. Gerade diese schlichte, wunderschöne Art die Geschichte Renas und Haukes zu erzählen hat mcih sehr berührt und mit gut gefallen. Die Protagonisten wachsen einem sehr schnell ans Herz, besonders, weil gerade Rena eine starke, moderne Frau ist, die sich nicht unterkriegen lässt und für ihre Wünsche und Ziele kämpft. Und das in einer Zeit, in der von Frauen eigentlich andere Dinge erwartet wurden als Physik zu studieren und den Sternenhimmel zu erforschen. Gerade in Renas Jugend merkt man die Strömungen der Studentenbewegungen und bekommt diese Generation mit ihren Wünschen und Hoffnungen wie nebenbei vermittelt. Viele Erlebnisse werden durch Rückblenden erzählt und lassen den Leser so nach und nach die Figuren und deren Geschichte kennenlernen und verstehen. Dabei hat es der Roman nicht nötig jedes Gefühl bis ins kleinste Detail zu beschreiben um zu berühren. Das trägt mit dazu bei, dass ich die Geschichte als wahr, realistisch und sehr glaubhaft empfand. Wenn ein paar der im Roman geschilderten Erlebnisse tatsächlich so passiert wären, würde ich mich nicht wundern. Fazit: Ein wundervoll geschriebener Roman, der zeigt, dass Liebe auch über Jahrzehnte hinweg halten kann.

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