Wie der Phönix aus der Asche … Die #4Lesezeiten im Periplaneta Literaturcafé

Berlin, Prenzlauer Berg. Ein würdiger Ort wurde gefunden und es geht nahtlos weiter mit der Lesebühne #4Lesezeiten.

(Autor: Jürgen Volk)

 

Vergangene Woche haben wir davon berichtet, dass die #4Lesezeiten aufgrund der gentrifizierungsbedingten Schließung des Klubs der Republik – zum Winter! – ohne Dach über dem Kopf dastanden. Aber keine Angst! Folgendes bleibt dem Lesemann nun erspart:

 

Barfuß auf dem Eise
Wankt er hin und her
Und sein kleiner Teller
Bleibt ihm immer leer.*

*[hier geht’s zum Bildungsspoiler]

 

Das alles ist im doppelten Sinne gut, da wir für die Winterlesung nicht mit Lesemännern, sondern mit zwei Lesefrauen auffahren. Dazu aber später. Denn wir können nicht länger an uns halten: Wir haben einen neuen Leseort! Weiter geht es mit den #4Lesezeiten fortan im

 

PERIPLANETA LITERATURCAFÉ

Bornholmer Straße 81a, 10439 Berlin | Tel.: 03044673433
Öffnungszeiten: Montag bis Samstag 11 bis 23 Uhr

 

Im Periplaneta Literaturcafé gibt es neben guter Literatur und hervorragendem Kaffee auch WLAN. Tagsüber herrscht eine ruhige Arbeitsatmosphäre. So kann man in Ruhe ein Buch lesen, in den ausliegenden Literaturzeitschriften blättern oder am eigenen Laptop arbeiten. Zusammen mit dem Verlagsbüro bildet das Literaturcafé ein Kreativzentrum. Hier sind alle Kreativen gern gesehen, die Projekte verwirklichen und nicht nur darüber reden wollen.

 

Im Periplaneta Literaturcafé finden regelmäßig Veranstaltungen statt. Das Spektrum reicht von Lesungen und Kleinkunst über Konzerte im kleinen Kreis und Filmabenden bis hin zu Präsentationen und Seminaren. KünstlerInnen und auch verlagsfremde AutorInnen sind hier gerne gesehen.

 

„Das Kreativzentrum ist ein großer heller Ort für Künstler aller Sparten. Selektiert wird nicht nach Inhalten, sondern nach Qualität.“ Kultur(Ver)Führer Prenzlauer Berg, September 2009

 

Weitere Informationen zu Literaturcafé und Verlag: www.periplaneta.com

 

 

Foto: ©periplaneta

 

Es war ein glücklicher Zufall, dass es zu diesem neuen Leseort kam. Auf dem Heimweg von einer Veranstaltung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels in Berlin habe ich Thomas Manegold unser Leid geklagt. Ich war mit meinem Lamento emotional kurz vor dem Klimax, thematisch schon bei Heuschrecken, Spekulantentum und neureichen, illiteraten Gentry-Netflix-Hipstern, als Thomas mir den Vorschlag machte, dass wir doch künftig einfach im Periplaneta Literaturcafé lesen sollten. Sprach’s, so kam’s – alles gut!

Deshalb danken wir von ganzem Herzen Marion Alexa Müller und Thomas Manegold von Periplaneta für die Zuflucht und Sarah Strehle und dem Periplaneta-Team für die Unterstützung. Wir freuen uns auf viele wunderbare Lesezeiten. Die nächste kommt am

 

Dienstag, den 18. Dezember um 20:00 Uhr

 

ins Haus. Ohnmacht, Hass, Wut und Verzweiflung stehen dieses Mal auf dem Programm, was nicht dem Umzug geschuldet ist, sondern den Figuren der beiden Autorinnen, denen Hass, Chauvinismus, Sexismus, Diffamierung und sexuelle Gewalt widerfahren – Stichwort #metoo.

 

LIVE UND IN FARBE AUF DER BÜHNE

 

Stefanie Schleemilch – Morgengrauen (Verlag duotincta)
Nach ihrem philosophischen Debüt Letzte Runde zeigt sich die Berliner Autorin in ihrem neuen Roman Morgengrauen teils melancholisch, teils erfrischend zynisch, aber vor allem kämpferisch in der Demontage des Status quo der Geschlechterrollen.

 

Victoria Hohmann – Vom Dazwischen (VHV Literatur & Kultur Verlag)
Eine junge Frau, zum Klassentreffen zurück in der Heimatstadt, muss sich längst Verdrängtem aus der Schulzeit stellen. Ein Hasskommentare-Schreibender, der in sich blickt. Dies sind nur zwei Figuren, die sich aus der tiefsinnigen und lebhaften Prosa der Berlinerin heraus manifestieren.

 

Wir freuen uns auf euch im Periplaneta Literaturcafé bei den #4Lesezeiten Vol 11 – Winter. Ohne Schubert. Ohne Leiermann.

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