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September 23rd, 2020 | 0 Kommentare

Fotos: Michel Rieck | Text: Jürgen Volk Am Donnerstag, den 10. September 2020, saßen Jörn Zacharias und Michael Kanofsky in einem roten, thronartigen Kino-Sessel vor dem Kino Colosseum, lasen und musizierten zwischen Plakaten und Transparenten, während sich um sie herum Menschen im Halbkreis mit einem Abstand von eineinhalb Metern formierten … Ungewöhnliche Dinge geschehen um uns und weltweit seit Ausbruch der Corona-Pandemie. Das beobachten wir jeden Tag. Aber warum engagieren sich ein Kleinverlag und dessen Autorenschaft für einen Kinokoloss? ABC, UCI oleole? Bevor wir fallen, fallen wir lieber auf? Dazu muss ich weiter ausholen. Es war zu Zeiten des Lockdowns,…

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Juni 5th, 2020 | 0 Kommentare

Autorin: Miri Watson Da sitze ich alleine in meinem Wohnzimmer und lese in die Handykamera hinein. Hin und wieder blinken ein paar Herzchen oder winkende Hände auf meinem Bildschirm auf, die mir zeigen, dass ich nicht nur für mich selbst lese, sondern dass „da draußen“ tatsächlich Leute sitzen, die mir zuhören. Statt auf Buchmessen, in Kneipen oder Buchhandlungen lese ich im World Wide Web. Lesung 3.0, sozusagen – und die einzige Art, wie ich in Zeiten der Pandemie überhaupt vor Publikum lesen kann. Eigentlich hatte ich mir das anders vorgestellt, als im vergangenen Dezember mein Debütroman Meer ohne Mo erschienen…

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Mai 18th, 2020 | 0 Kommentare
Frau am Fenster

Heute ist der 18. Mai 2020. Am 18. Mai in einer zukünftigen Welt der Markenmenschen schreibt die junge Simone in ihr Tagebuch:   18. Mai Ich habe versucht, mit Jean-Paul darüber zu reden. Er versteht nicht, warum ich überhaupt noch über die Möglichkeit, dich zu bekommen, dich zu behalten, nachdenke. Er meint, die Schwangerschaftshormone würden mich so durcheinanderbringen, dass ich nicht mehr vernünftig denken könne. „Aber hast du nicht in deiner Promotionsschrift die These vertreten, dass es auch eine Stärke sein kann, wenn man Menschen so akzeptiert, wie sie sind?“, versuche ich sachlich zu argumentieren. „Hast du nicht von einer…

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Mai 8th, 2020 | 0 Kommentare
Genom-Laborbild

Gedanken zur Neuveröffentlichung meiner Dystopie „Unter Markenmenschen“ von: Birgit Rabisch   Zurzeit richtet sich das Scheinwerferlicht der Öffentlichkeit auf das Corona-Virus, das unser Leben und unsere Gesundheit bedroht und unser alltägliches Leben in bisher ungekanntem Ausmaß verändert hat. Es beansprucht unsere Aufmerksamkeit fast ganz. Die Klima-Erwärmung, die zuvor im Zentrum unserer Sorgen und Befürchtungen stand, hat nichts von ihrer Bedrohlichkeit verloren, im Gegenteil. Doch akute Gefahren überdecken in unserem emotionalen Haushalt oft die langfristigen. Umso mehr gilt das für eine Entwicklung, die, obwohl sie die Substanz des Menschen bedroht, schon vorher nur sporadische Aufmerksamkeit erregt hat: der möglich gewordene Eingriff…

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Februar 14th, 2020 | 0 Kommentare

Darf man als Schriftstellerin hoffnungslos unromantisch sein?   Romantische Liebe ist überall, selbst in meinen Romanen. In Letzte Runde verzehrt sich Laszlo nach der schönen Maria, in Morgengrauen sucht Agnes in ihren Erinnerungen nach der großen Liebe. Romantik bleibt dabei immer Nebendarsteller der Vergangenheit, die Liebenden treffen nie im Hier und Jetzt aufeinander, ein klassisches Happy End bleibt aus. „Love’s the funeral of hearts“, heißt es in einem meiner Lieblingssongs von 2003. Damals war ich noch ein Fan von dramatischen Gitarrensounds und schweren Texten. Gerade ist „Dance Monkey“ von Tones & I mein Favorit. Wie kann man so Mainstream sein…

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