Wettlesen: Nichts für schwache Nerven!

Gastbeitrag

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Juli 9th, 2018 | 2 Kommentare

Autorin: Birgit Rabisch – Wie war denn das Wettlesen um den „Kurzgeschichtenpreis der Hamburger Autorenvereinigung“, fragt mein lieber Verleger neugierig, und ich überlege lange, was ich darauf antworten soll. Zu lange für einen Verleger in ewiger Terminnot, aber in ein, zwei Sätzen lässt sich das nicht beantworten. Beschreib das doch in einem Beitrag für unseren Blog, handele ich mir prompt den nächsten Arbeitsauftrag ein. Nun denn, hier mein Versuch einer Antwort: Als ich das Wettbewerbsthema „Heimat“ las, dachte ich, nee, das ist nicht mein Thema. Und ich bin überhaupt keine Freundin von Wettbewerb bei literarischen Texten. Man vergleicht immer Äpfel…

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Dezember 31st, 2017 | 1 Kommentar

Autorin: Stefanie Schleemilch Foto: Ike Reiter   Der langersehnte Sommerregen beginnt just in dem Moment vom Himmel zu fallen, als die S-Bahn an der Bornholmer Straße hält. Ich drehe mir eine Zigarette und bin entschlossen, mich dem dampfenden Asphalt hinzugeben. Es war ein Scheißtag, ein richtig beschissener Tag im viel zu heißen Büro. Der Regen hilft, wäscht so viel Schweiß und Dreck von mir, dass mir die Augen brennen. Dann löscht der Himmel meine Zigarette aus und ich gebe mich angesichts der aussichtslosen Lage den Tränen hin, die im tosenden Bindfadengeflecht der Wassertropfen glücklicherweise unbemerkt bleiben. Es zieht im Kiefer,…

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Oktober 6th, 2017 | 0 Kommentare

Autorin: Birgit Rabisch Ich weiß, man darf als Autor in den sozialen Netzwerken nicht über seine Gefühle sprechen, als Autorin schon mal gar nicht. Aber ich tue einfach mal so, als wüsste ich das nicht. Vielleicht wird ja klar, dass es mir im Wesentlichen nicht um meine persönliche Befindlichkeit geht, sondern um die Strukturen des Literaturbetriebs. Nach der Bekanntgabe des Preisträgers für den Nobelpreis für Literatur wird in den Medien rauf und runter über den glücklichen Gewinner und sein Werk berichtet. Das ist wunderbar, denn wann sonst ist die Literatur ein so zentrales Thema. Aber als ich hörte, dass in…

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Juni 22nd, 2017 | 2 Kommentare

Autorin: Stefanie Schleemilch (bei duotincta erschienen: Letzte Runde, Roman)   Es ging um den deutschen Buchpreis, es hätte aber genauso gut um den Publikumspreis des Grimme Online Awards gehen können. Bei facebook waren sich alle einig, also alle, die durch einen perfekt programmierten Algorithmus in meiner timeline anzeigt werden. Derselbe Algorithmus spielt mir abwechselnd Werbeanzeigen für Kapitalanlagen und Zahnersatz zu. Ersteres völlig grundlos (mein „Vermögen“ wird zum Überleben benötigt), letzteres wohl, weil ich meinen letzten Zahnarzttermin verbummelt habe. Allerdings wäre das nur eine Vorsorgeuntersuchung gewesen, darüber sollte ich facebook vielleicht mal informieren. Werbung für Organizer und Zahnseide würde also definitiv…

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Mai 11th, 2017 | 0 Kommentare

Der Maler und duotincta-Autor Wolfgang Eicher befindet sich derzeit auf dem Pleinair Festival Kühlungsborn. Gestern las er im Kulturcafé Alte Büdnerei aus seiner Groteske Frötsch I. Während der Zeit des Festivals bloggt er auf verschiedenen lokalen Seiten. Exklusiv und vorab auf dem duotincta-Blog: sein Auftaktbeitrag. (Autor: Wolfgang Eicher)     Anreisetag   Abenteuerlich und voll fad alles prächtig funktionierend war der Anreisetag. Vom 3:00 Aufstehen in Wien bis zum 0:00 Darniederliegen in Kühlungsborn liegen 21 Stunden Glück der unterschiedlichen Verkehrsmittel wie Flugzeug, Zug, Bus, U-Bahn, Taxi, Füße usw. Das schöne Wetter und die lange Rast spielten mit unserem Gemüt, doch…

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April 16th, 2017 | 1 Kommentar

Autorin: Stefanie Schleemilch Nein, das ist keine Frauenliteratur! War meine vehemente Antwort auf die etwas dämliche Frage, die mir vor der Veröffentlichung meines ersten Romans Letzte Runde gestellt wurde. Ich dachte bei dem Begriff Frauenliteratur umgehend an romantische Happy Ends, erotisierte Kurzgeschichten oder verdeckt agierende Lebensratgeber. Die Hauptfigur in Letzte Runde hingegen ist ein todkranker Mann, dessen wenig ruhmreiches Leben am Ende ist. Kein Happy End, keine Erotik und schon gar keine Lebenshilfe. Neun Monate habe ich an der Geschichte geschrieben, ein Jahr später liegt die Druckausgabe nun vor mir. Und noch immer habe ich eine wenig subtile Meinung dazu:…

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